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Ein Land sucht Hoffnung Drucken E-Mail

Ein Land sucht Hoffnung 

Bischof Wilhelm Krautwaschls Tagebuch aus der Ukraine.

17. Juli 2016: Sarwanyzja

Eine unkomplizierte Reise führte uns von Wien über Warschau nach Lviv (Lemberg): Erstmals bin ich in der Ukraine, in einem Staat, der zwar vor Jahrhunderten das letzte Mal in etwa dieser Ausdehnung existiert hat und immer wieder Zankapfel unter anderen war, und der die Wehen der kommunistischen Ära nach wie vor "in sich trägt", der aber auch in der Bevölkerung die letzten Jahrzehnte einen besonderen Willen nach Freiheit und Selbstbestimmung entwickelt hat. Mein Besuch gilt insbesondere drei griechisch-katholischen Diözesen: Butschatsch, Iwano-Frankiwsk und Lemberg.

 

Nach der Ankunft und einer traditionellen Begrüßung durch Kinder, die auch dem von Warschau aus mitgereisten Vorsitzenden der polnischen Bischofskonferenz galt, geht es nach Sarwanyzja, einem erst vor knapp mehr als 20 Jahren rund um die Selbständigkeitserklärung der Ukraine entstandenen Wallfahrtsort für die griechisch-katholischen Christen. Beeindruckend, wie viel an Hoffnung an diesem Ort in dieser Jahreswallfahrt mit heuer etwa 140.000 Mitfeiernden aus dem ganzen Staat gelebt wird. Dies drückt sich auch in den durch die ganze Nacht angebotenen Beichten aus, die am Wegrand von vielen der zur Wallfahrt gekommenen rund 400 Priestern - beinahe die ganze Bischofskonferenz ["Synode"] ist angereist - gehört werden.

Aufbruch in der katholischen Kirche

Beeindruckend auch, wie viele Jugendliche unter den Pilgern sind: Ja, gerade sie brauchen dringend Hoffnung und einen Punkt, von dem aus sie die Entwicklungen ihrer geknechteten Heimat mit Hoffnung betrachten können. Die griechisch-katholische Kirche erlebt seit der Wiedererlangung ihrer Freiheit und der damit einhergehenden Wiedererstehung ihrer Strukturen - die Diözese Butschatsch wurde vor 25 Jahren gegründet - einen großen Aufbruch und hat es zwischen den Interessen der verschiedenen orthodoxen Gemeinschaften (Moskauer Patriarchat, Kiewer Patriarchat, Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche) alles andere als leicht: ein Gutteil der Kirchen musste neu errichtet werden, nicht viel Enteignetes wurde zurückgegeben. Viele früher aus Polen Eingewanderte ließen darüber hinaus auch die katholische Kirche des lateinischen Ritus (röm.-kath.) wachsen.

Der Staat schlittert überdies von einer Krise in die nächste und kann daher auch für vieles nicht aufkommen, auch weil Korruption nach wie vor Platz greift - und natürlich ob des Krieges im Osten. Die Annexion der Krim scheint von der Staatengemeinschaft mehr oder weniger hingenommen zu sein, nach den beiden sogenannten "Minsker Abkommen" stehen sich Ukrainer und von Russen unterstützte Militärs an einer "inner-ukrainischen Grenze" gegenüber. Wofür hat der Staat da zu sein angesichts des Bevölkerungsminus, der andauernden Wirtschaftskrise und weiterer Herausforderungen, die dieses Land durchbeuteln - und eines im Osten durchtrennten Staates?

Kirche als „Helferin in der Not“

Kein Wunder, dass daher wenig vorhanden ist für jene, die es am Nötigsten haben: so wird die Kirche automatisch nicht nur als Glaubensgemeinschaft, sondern auch als "Helferin in der Not" und als Bildungsinstitution im umfassenden Sinn wahr- und in Anspruch genommen. Mehr noch: sie fühlt sich dazu berufen, auch die Traumatisierungen - Soldaten und Familie - mit Seelsorge vor Ort und bei den zu Hause Gebliebenen zu "behandeln". Wen wundert es, dass sich bei ca. 2 Millionen Binnenflüchtlingen und einer weiteren Million, die nach Polen ausgewandert ist, Probleme an- und aufhäufen, die nicht nur am Zustand der Straßen wahrzunehmen sind? Wer vermag Hoffnung zu geben und ein lebenstragendes Fundament zu geben?

Darüber hinaus ist das Miteinander der Kirchen nicht einfach: Moskau sieht, ein Gutteil der Gläubigen der russisch-orthodoxen Kirche lebt in der Ukraine (!), das Staatsgebiet der Ukraine als Gebiet seines Patriachats, die Ukrainer verstehen sich selbst selbständig, eine dritte orthodoxe, die autokephale, Kirche wird international mit der des Kiewer Patriarchats auch nicht anerkannt. Und die griechisch-katholischen Christen stehen dann "dazwischen". Wen wundert's, dass mehrmals bei dieser großen Wallfahrt - auch durch den bekennenden katholischen Kulturminister, der damals am Majdan als Künstler der Koordinator war, die Situation der Soldaten benannt wurde - zahlreich sind die Initiativen an Seelsorge und materieller Hilfe (Nahrungsmittelspenden etc.) aus dem Westen in den Osten.

Berührende Begegnungen

Berührend die Begegnungen mit dem Bischof von Donezk, Stephan Meniok, dessen Kathedrale während dieser Wallfahrt vor einigen Jahren zerstört und dessen Amtssitz von den Separisten besetzt wurde, und der daher nach wie vor nicht nach Hause zurück kann und im von der Ukraine kontrollierten Teil seiner Diözese lebt. Berührend und damit die Schwierigkeiten in Erinnerung rufend auch die Begegnung mit dem Bischof von Charkiw, Stanislav Szyrokoradiuk, und erst Recht die mit dem jungen Patriarchen Swjatoslaw Schewtschuk, der viel Erfahrungen im Westen gesammelt hat und charismatisch den Gläubigen Hoffnung vermitteln kann.

Irgendwie begegnet mir immer wieder der Gedanken: welche Probleme doch uns in unserer Situation schon aus der Bahn des Glaubens zu werfen drohen!

Was also habe ich gesehen?

  • Etwa 140.000 Pilger, die sich auf den Weg gemacht haben, um aus der Feier des Glaubens Trost zu erhalten und ein tragfähiges Fundament für die nächsten Schritte zu finden. Und die Frage des Bischofs von Butschatsch am Abend danach: "Was halten Sie von dieser Initiative?" Ehrlicherweise musste ich zunächst in Frage stellen, ob eine nationale Wallfahrt in Österreich überhaupt möglich wäre  - und er war reichlich verdutzt. Es entspann sich danach ein intensiver Austausch über die Entwicklung von Kirche in unseren beiden Ländern.
     
  • ein Waisenhaus: Bischof Demetrius bat Schwestern, für allein gelassene Kinder und Waisen ein einigermaßen normales Leben zu bauen - ein vom früheren Bürgermeister ihm zu kaufen überlassenes Haus dient diesem Zweck.
     
  • ein aus dem Boden gestampfter neuer Wallfahrtsort, der an Lourdes, Mariazell und andere große Heiligtümer erinnert, an dem mit dem dort angesiedelten Propädeutikum der Erzdiözese Ternopil junge Männer auf dem Weg zum Priesterberuf Hand angelegt haben und Hand anlegen, um ihn weiter zu entwickeln und auszubauen. Der frühere Generalvikar Wassyl Semenjuk hat schon vor der Wende erkannt, was wichtig ist um Halt zu geben - als derzeitiger Erzbischof bedankt er sich überschwenglich, dass ich gekommen bin um deutlich zu machen: "Europa vergisst die Ukraine nicht."
     
  • eine Kirche, die praktisch aus dem Nichts aufersteht - und die damit verbundenen Fragestellungen und Problematiken: Priester aus dem Untergrund, keine Kirchen, Not, wo man hinschaut und der abzuhelfen notwendig ist - und Menschen, die sich aufs Neue der Kirche zuwenden.
     
  • ein Bischofshaus, das mit einem Altersheim und einer Pfarre in einem ehemaligen römisch-katholischen Kloster untergebracht ist, das in der Sowjetzeit dem KGB gedient hat und Ort von Folter und Tötung war - die zu einem Museum umgebauten Räume darin geben Zeugnis davon und damit von einer Kirche, die auf dem Grund von Glaubenszeugen aufersteht.
     
  • eine in Bau befindliche Behinderteneinrichtung für Kinder, die dringend benötigt wird, weil die angemietete 2-Zimmer-Wohnung für die entsprechende Hilfe von ca. 10 dort betreuten Kindern nicht entspricht. Diese Einrichtung soll unmittelbar neben dem Bischofshaus errichtet und möglichst bald zumindest teilweise eröffnet werden.
     
  • Kirche, die sich für die Nöte engagiert: im Keller der Kathedrale wurde eine Initiative für die Soldaten im Osten eigerichtet: Früchte etc. werden dort getrocknet und gemeinsam mit anderen gesammelten Lebensmitteln Priestern mitgegeben, die sich freiwillig für die Soldatenseelsorge gemeldet haben. Mittlerweile hat auch der Staat die Notwendigkeit und die Sinnhaftigkeit des geistlichen Beistands für Soldaten erkannt und statutarisch abgesichert.
     
  • eine sehr schöne Landschaft, bewaldet und hügelig.
     
  • Autos auf den Straßen, die größtenteils keineswegs dem europäischen Standard entsprechen.
     
  • Kirchen in Bau, die schon lange benutzt werden: ich fühle mich erinnert an Erzählungen früherer Generationen von Menschen, die zunächst mal in den gebauten Keller gezogen sind.
     
  • Jugendliche, die sich an Europa orientieren (wollen) und damit Hoffnung auf Freiheit und vieles uns Selbstverständliche verbinden - und das in einer Zeit, in der wir in Europa uns - zumindest ansatzweise - fragen, ob dieses Projekt wirklich den Erwartungen entspricht.
     
  • Viele, die über unsere Anwesenheit einfach froh sind!

18. Juli 2016: Aus dem Untergrund in die Öffentlichkeit

Wenn ich mir in Erinnerung rufe, dass die Diözesen hier erst nach der Wende (wieder) errichtet wurden, weil die griechisch-katholische Kirche der Ukraine lange Zeit im Untergrund war, so gleicht mir das, was ich in Butschatsch und Iwano-Frankowsk gesehen habe, gleichsam einer "Auferstehung". Mit viel Engagement und auch dem Einsatz verschiedener Geldgeber in der katholischen Kirche weltweit wurde einiges in den letzten Jahren auf die Beine gestellt. Einfach toll. Besucht haben wir auch:

  • Caritas- Zentrale
    Am ehesten ist diese mit dem Marianum bei uns zu vergleichen: Senioren können hier bei Bastelrunden ihre Vergangenheit aufarbeiten, u.a. in der kommunistischen Verfolgung - und werden eingeladen, auch Schülern aus dem Leben zu erzählen. Mobile Palliativbetreuung und Hauskranken- bzw. Familienhilfe werden hier genauso koordiniert wie es Kindern aus Dörfern ermöglicht wird, eine bessere Schulbildung zu erlangen. Hier wird äußerst professionell gearbeitet, habe ich den Eindruck, und: es ist schön, dass wir da auch über Projekte manches erfahren und "sehen", was unsere Hilfe voranbringt ...
     
  • Armenausspeisung
    Gleich neben der Kathedrale und dem MalteserHilfsdienst werden im "Marienstüberl" von Iwano-Frankiwsk täglich an die 130 Mittagessen ausgegeben, teilweise auch an Binnenflüchtlinge.
     
  • Kathedrale, eine ehemalige Jesuitenkirche
    war in der Sowjetzeit dem Moskauer Patriarchat zugerechnet. Trotz dieser Tatsache blieb der Charakter im Altarraum (Assistenzfiguren beim Hochaltar) erhalten. Wie überhaupt: hier ist in der Innenstadt der Einfluss der Habsburger hautnah zu spüren.
     
  • kirchliches Radioprogramm ("Radio Glocke")
    Der 24 Stunden-Sender überträgt kirchliche Inhalte, u.a. täglich live aus der daneben liegenden Kathedrale eine hl. Liturgie, aber auch populäre nationale Beiträge und Musik
     
  • katholische Privatschule
    Insgesamt 11 Schulstufen, wovon die Grundschule in einem Kloster geführt wird. Ca. 400 SchülerInnen, die Schulgeld zahlen, das nach sozialen Verhältnissen gestaffelt u.a. auch erlassen werden kann [ca. 90,00 pro Monat]. Interessant: nach dem amerikanischen System kommen ab der Oberstufe die SchülerInnen in das Klassenzimmer der Lehrenden. Top ausgestattet kann keine staatliche Schule mit dieser konkurrieren. Sporthalle, Speisesaal und Aula werden demnächst noch gebaut, damit auch durch Fremdmittel (Vermietung) manches Geld hereinkommt und letztlich auch die staatliche Anerkennung erhalten bleibt. Übrigens: Schulbeginn ist um 08:30. Die Renovierung brachte auch mit sich, dass die Klassegrößen bei 20 zu liegen kamen ...
     
  • Priesterseminar
    Es wird interdiözesan geführt. Detail am Rande: Ordinariat und Seminar wurden im selben Haus untergebracht, und: in Sowjetzeiten war der gesamte Komplex Parteischule. Iwano-Frankiwsk war als Militärbasis etc. während der Sowjetzeit auch nicht für Ausländer zugänglich. Die Seminaristen sind derzeit auf Ferien, nein: Praktika - unter anderem in der Reinigung und Instandsetzung der theologischen Fakultät. Die Zimmer werden unter anderem für die jährlich verpflichtenden Exerzitien der Priester benötigt und auch genutzt: am heutigen Montag beginnen gleich mehrere Kurse ...
     
  • Ordinariat
    Mit ca. 40 Angestellten wird die Erzdiözese administriert - vielfach sind es Priester und Ordensleute, wobei die Priester nebenbei auch eine Pfarre leiten oder andere Aufgaben haben. Die Buchhaltung und auch das Projektmanagement - also auch die Abwicklung diverser Projekte mit verschiedenen Diözesen - erfolgt professionell.
     
  • Theologische Fakultät
    Auf 8 Geschoßen untergebracht, nahe dem Priesterseminar, wird die Ausbildung seit 2 Jahren nunmehr auch staatlich anerkannt. 2 Stockwerke des innen vor 3 Jahren renovierten Gebäudes sind vermietet; dadurch können die Kommunalabgaben geleistet und den Seminaristen Studiengebührenermäßigungen gewährt werden (statt ca. 20.000,00 "nur" 9.000 pro Jahr). Die Hörsäle werden auch vermietet. Zwischendurch rennt mir auch der Ukraine-Verantwortliche für Umweltfragen der griechisch-katholischen Kirche über den Weg; leider gäbe es noch keinen Kontakt mit österreichischen Diözesanverantwortlichen. Gern kann ich einen vermitteln ...
     
  • Ambulanzzentrum (analog Marienambulanz)
    Hier werden ambulant verschiedene Untersuchungen durchgeführt - ca. 3000, wobei rd. 2000 davon aufgrund der fehlenden Sozial- und auch Krankenversicherung [Relikt aus der Sowjetzeit, in der Behandlungen prinzipiell gratis waren; doch dies wurde nicht in die moderne Ukraine übergeführt, daher gilt der Grundsatz, dass mit mehr Geld mehr zu erreichen ist und auch schneller]. Die verschiedenen ausgewiesenen Ärzte machen Erstuntersuchungen und bieten Therapiemöglichkeiten an - der Raum allerdings ist zu klein ... Und daher werden gerade zwischen Priesterseminar und Hochschule die Fundamente des Neubaus ausgehoben. Wichtig, so die Initiatoren ist die Begleitung aus dem Westen, damit nicht falsch gedacht und geplant wird. Ich werde wohl nach meinem Nachhausekommen mich kurz mit den Elisabethinen oder auch den Barmherzigen Brüdern schließen ...

Ziemlich alles davon - für ukrainische Verhältnisse - neu. Und: der Erzbischof hat noch viel vor. Unter anderem will er - weil eben die griechisch-katholische, neben der römisch-katholischen und einigen protestantischen Kirchen auch tatkräftig Caritas leben - auch um der Korruption an staatlichen Gesundheitseinrichtungen entgegen zu wirken, ein großes Ambulanzzentrum bauen ... Wenn dann auch noch die Auskunft gegeben wird, dass die Baupreise ähnlich hoch sind wie in Deutschland, Grundstückspreise immer stärker steigen, Genehmigungen oft Jahre dauern ...

Im Gespräch mit dem Metropoliten beim Mittagessen werden einige Punkte angesprochen, unter anderem auch die Möglichkeit, mit österreichischen Partnern (also Partnern "in Europa") manches zu besprechen was a Bildungsarbeit und im Krankenwesen kirchlich getan werden kann. 

19. Juli 2016: Reflexionen

Ihn zu bekennen: darum geht's. Das, was ich in den vergangenen Tagen in der Ukraine erlebt habe, kreist um genau das (!). Welche Umstände auch immer das Umfeld ausmachen: Er ist es, der uns in die Nachfolge ruft. Er ist es, der uns einen je speziellen "Weinberg" anvertraut und sendet. Ich nehme das auch mit nach Hause: mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen und einem wirklichen Vertrauen und Glauben, dass er, der Auferstandene, uns vorangeht und Seine Kirche baut, werden Zeichen gesetzt. Kirchen, Sozialeinrichtungen, Bildungsstätten ..., weil es um den Menschen und sein erfülltes Dasein geht.

In den 3 jeweils kurz von mir besuchten Diözesen in Galizien, wird dies unterschiedlich und dennoch deutlich gelebt. In Butschatsch, einer ländlichen Gegend, wird und muss viel angegangen werden. Die Mittel sind sehr bescheiden - umso "intensiver" das Nachdenken, damit möglichst vielen ermöglicht wird, ihr Leben in Würde zu führen: deshalb sind Initiativen des Bischofs, der zunächst mal 4 Jahre Administrator war, um die noch sehr junge Diözese gut in die Zukunft zu bringen, in Richtung von Hilfe für Kinder wie ein Waisenhaus und auch eine Behinderteneinrichtung vorrangig; die Kirchen sind vielfach außen "neu", innen aber harren sie oft der Ausgestaltung, Wohnung und Ordinariat werden gerade neu ... In Irwano-Frankiwsk wurde schon bald nach dem Wiedererstehen bewusst an Initiativen gearbeitet. Caritas-Zentrum, Priesterseminar, katholische Privatschule, Ambulanzstation, theologische Fakultät, ein Wohnhaus für über 40 Priester und ihre Familien ist eine meines Erachtens tolle Initiative usw. wurden und werden professionell geleitet und aufgesetzt. In Lviv sind erst Teile des früheren Hauses der Kurie zurückgegeben: sukzessive wird daher restauriert und neue Infrastruktur geschaffen; der Grundstein für das Priesterseminar und die Fakultät wurde von Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Lemberg 2001 gelegt, in einem außerhalb der Stadt gelegenen Bildungshaus werden gerade Sprachferien durchgeführt etc. ...

Diese Gegend, die über mehr als 100 Jahre zur k&k Monarchie gehörte, ist vielfach nach wie vor in den Bauten davon geprägt: die Wirren des 20. Jahrhunderts und die damit in Zusammenhang stehende Zeit des Sowjetkommunismus haben ihre Spuren hinterlassen, die wohl nicht so schnell aus dem Gedächtnis, der Mentalität und der Art zu leben hier gestrichen werden können ... Auch die Untergrundzeit, Enteignung und Überantwortung der Kirchen an die Orthodoxie Moskaus etc. und die nunmehr nach wie vor anstehenden zähen Rückgaben sind wohl auch länger präsent. Der Krieg im Osten und damit die schier unendliche Geschichte neuer Spaltungen in der Ukraine sowie die nicht vorhandene Aussicht auf wirklichen Frieden lassen das Land auch wirtschaftlich nur schwer hochkommen - Hoffnung lässt sich aber nicht nehmen.

Politische Verfilzungen und nach wie vor nicht ausgestandene Streitigkeiten unter den Verantwortungsträgern lassen vieles nur langsam voranschreiten. Die Bevölkerungsentwicklung weist stetig - und das schon lange - nach unten; mittlerweile leben einige Millionen weniger in der Ukraine seit diese nach der Wende ihre Selbständigkeit verkündete. Die unterschiedlichen christlichen Kirchen leben in diesen Herausforderungen auch nicht das Miteinander, das notwendig wäre: angesichts der Geschichte und der politischen Verflechtungen, die teilweise andauern, auch kein Wunder ... Und mitten drin in alledem: Christen als Zeugen der Hoffnung, als Zeugen eines Lebens, das allen eröffnet ist: Hilfe, die ankommt und angewendet wird, wie sie von der ukrainisch griechisch-katholischen Kirche wirklich gelebt wird, ist hier Evangelisierung und Hoffnung stiftend. Wohl nicht nur in der Ukraine?


 

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